Die ersten Jahrzehnte unseres Vereins waren stark geprägt vom Motorsport. Durch steigende Preise und höhere gesetzliche Auflagen hat sich der Schwerpunkt auf den Erhalt und die Präsentation von Old- & Youngtimern verlagert. Zwar sind im ACN noch einige Mitglieder, teilweise sehr erfolgreich, im Motorsport vertreten, nur leider nicht offiziell im Namen des 1. AC Neunkirchen am Brand. Seit 2025 hat sich das geändert, ich selbst habe die Rennlizenz National C erworben, einen mattschwarzen Jethelm gekauft, für den ADAC Old- & Youngtimer-Slalom-Pokal eingeschrieben und bei 10 Veranstaltungen im Breitensport des Old-& Youngtimer-Slaloms teilgenommen. Einen passenden Overall, selbstverständlich von Opel, hatte ich zum Glück noch im Schrank hängen. Natürlich hab ich schon vorher den ein oder anderen Mitstreiter gekannt und konnte somit unverbindlich im Vorjahr als Zuschauer auch mal hinter die Kulissen schauen. Gefahren bin ich, mit einer Ausnahme, mit meiner signalgrünen C Kadett Limousine welche 60 PS aus 1,2 Liter Hubraum zaubert. Bis auf zwei schwarze Streifen auf der Motorhaube und zwei weiteren Türen könnte man meinen Kadett mit dem von Herbert Hofmann verwechseln. Manchmal aber auch vom Fahrstil, da der Herbert dafür bekannt ist es etwas ruhiger angehen zu lassen. 😉
Erste Veranstaltung gleich im Doppelpack
Am 04.05.2025 war es endlich soweit der AC Hof eröffnete die Slalomsaison für ältere Fahrzeuge auf dem Flughafen Hof/Plauen. Die längere Anreise konnte meine
Nervosität nicht wirklich abbauen. Das gelang aber etwas durch die Hilfe von Herbert Hofmann und Christian Gebelein welche mir gleich zu Beginn viele wertvolle Tipps auf dem Weg gaben. Auch mein bester Freund und Chefmechaniker Max Schmitt ist standesgemäß mit seiner grauen B Kadett Limousine zum zuschauen vorbeigekommen. Zu seiner Enttäuschung war ich bei den Vormittagsläufen der zweitlangsamste und das war so unspektakulär, dass er vor der Nachmittagsveranstaltung wieder fuhr. Leider geben viele Strecken den Zuschauern keine optimale Sicht auf die gesamte Strecke oder den Kehren, somit muss man weiter entfernt dem Spektakel zuschauen. Sicherheit geht hier klar vor und das macht durchaus Sinn, da des Öfteren der ein oder
andere sich mal dreht oder gar vom Straßenbelag abkommen kann. Da es bei diesen Veranstaltungen nicht auf Höchstgeschwindigkeit sondern auf Präzision geht, erreichte ich von 31 Startern den 12 Platz. Nachmittags ließ bei mir merklich die Konzentration nach und ich erreichte nur Platz 25 von ebenfalls 31 Startern, was mit 3,94 OSCO-Punkten auch mein schlechtestes Ergebnis für die gesamte Saison war.
Nach längerer Pause das Rodeo in Weiden
Da wir vom ACN dieses Jahr viele eigene Veranstaltungen hatten konnte ich an den nächsten vier Veranstaltungen leider nicht teilnehmen. Das ist aber auch nicht schlimm, da von insgesamt 14 Veranstaltungen 10 gewertet werden. Ich darf ab nun dann keines mehr versäumen oder verpatzen. Diese Veranstaltung zählte nicht für den ADAC-Pokal weil es vom ATC Weiden über den AVD abgewickelt wurde. Diesen Termin, den 12.07.2025, hatte ich von der OSCO (Oldtimer Slalom Cup Oberfranken)-Homepage entnommen, welche sehr unterhaltsam von Hansi Walter gepflegt wird. Die Strecke war etwas fordernd, da diese im Industriegebiet war und drei Kehren hatte. Diesmal war auch Peter Gehret vom MC Lauf am Start und gab mir noch ein paar Tipps um nicht die hohen Bordsteinen zu touchieren. Das mit dem nicht verpatzen klappte in
Weiden nur so halb, da ich von 28 Startern nur Platz 22 erreichte. Problem war hier ganz klar ein Regenschauer, welcher nach dem ersten Wertungslauf einsetzte und eine Gleichmäßigkeit nahezu unmöglich macht. Auch der lange Heimweg nach der Siegerehrung verlief im Dauerregen. Erwähnenswert ist hier auch, dass für die sehr geringe Nenngebühr von 20 Euro jeder Teilnehmer ein schönes Erinnerungsgeschenk mit nach Hause nehmen konnte!
Das erste mal in Speichersdorf
Meine vierte Veranstaltung war wieder auf einem Flugplatz, diesmal das Rosenthal Airfield in Speichersdorf. Hier richtete der MSC Pegnitz am 02.08.2025 seinen 9. Flugplatzslalom aus, wobei die große GLP Klasse mit 46 Startern erst recht spät starten konnte. Die Strecke blieb mir hauptsächlich wegen ihres schrecklichen Bodenbelags im Hinterkopf. Neben einigen Ungleichmäßigkeiten im Belag hatte sie noch eine dicke durchgängige Grasnarbe in der Mitte der Startbahn. Diese brachte schon den ein oder anderen zum wegrutschen. Hier erreichte ich den 30. Platz was für 5,48 Punkte in der OSCO-Wertung reichte.
Das durchwachsene Doppel in Wiesau
Am 24.08.2025 veranstaltete der MSC
Wiesau seinen 9. und 10. OSCO-Slalom im Industriegebiet. Schon bei der Anfahrt traf man einige Mitstreiter auf der Straße. Selbstverständlich fuhr man gesittet, da man ja später zwischen den Pylonen die Sau rauslassen kann. In Wiesau blieb mir nicht nur die angenehm abgesteckte Strecke mit nur einer Kehre sehr positiv in Erinnerung, sondern auch das C Kadett-lastige Starterfeld. Bei Vormittags 39 Startern erreichte ich den fünften Platz, was für einen sehr schönen Pokal reichte. Nachmittags hatte ich weit weniger Glück, hier schaffte ich es bei nun 40 Startern auf Platz 32. Das lag daran, dass ich mich bei jedem Lauf unbeabsichtigt verschnellerte.
Dem Berg hinauf
Am 31.08.2025 hielt der ASC Burgkunstadt für uns etwas neues parat, den 3. Bergslalom im Rahmen des 38. ADAC Clubsport Automobilslaloms. Die im Vergleich zu anderen Veranstaltungen relativ hohe Nenngebühr von 45 Euro trübte nur kurz die Laune, denn das Wetter war super und Spetzl und Clubmitglied Jonas schaute auch vorbei. Die Strecke war etwas anspruchsvoll, da sie bergauf zu den Kurven noch ein paar gemeine Zacken bereithielt. Im Overall kam ich in den einminütigen Läufen ordentlich ins schwitzen, wobei Außenstehende meine Fahrt eher als „Chillimilli“ bezeichneten. Mit dem 23. Platz von 30 Startern war ich auch nicht ganz so zufrieden. Nach der Siegerehrung vor Ort kehrten Jonas und ich anschließend in Aufseß zum Abendessen ein.
Die Rundstrecke mal andersrum
Am Tag der deutschen Einheit veranstaltete der 1. Bamberger AC den 3. ADAC Oldtimer Slalom Cup am Fahrsicherheitszentrum in Schlüsselfeld. Die Clubmitglieder Jonas und Felix warteten oben schon auf mich, da ich auf der A3 wegen eines Unfalls im Stau stand kam ich etwas später an als geplant. Diesmal startete ich mit meinem Opel Vectra GT von 1989 (passend zum Mauerfall), welcher fast die doppelte Leistung des Kadetts hat und mit neuen Sachs/Meyle-Dämpfern zwischen den Pylonen eine gute Figur machte (für einen Frontkratzer). Herbert Hofmann, welcher ebenfalls seinen signalgrünen Kadett zuhause ließ, startete mit einem Kadett E Cabrio mit ebenfalls dem 2.0i 8V Motor. Die alten Hasen im Slalomsport kennen die Rundstrecke in Schlüsselfeld natürlich in und auswendig und damit für Abwechslung gesorgt wurde, fuhr man die Rundstrecke entgegen dem Uhrzeigersinn. Das brachte mich bei 36 Startern zwar nur auf Platz 21, jedoch machte die Strecke mit den quietschenden Reifen des Vectras unheimlich viel Spaß! Nach der Siegerehrung musste Jonas und ich auch schon los zum ACN Clubabend.
Das Doppelfinale in Speichersdorf
Das langerwartete Doppelfinale vom AMSC Bindlach fand am 12.10.2025 als 21. und 22. OSCO-ADAC Clubsportslalom in Speichersdorf am Flugplatz statt. Man kennt nun so ziemlich seine Mitstreiter und die Tücken des Flugfeldes. Jonas war
selbstverständlich wieder mit dabei und versorgte mich mit hilfreichen Zeitdurchsagen, Videos und Bildern. Die Vormittagsveranstaltung begann für mich schon sehr chaotisch, da ich im Trainingslauf gleich zwei Torfehler einfuhr. Das passiert wenn man zu euphorisch um den letzten Schweizer heizt und dann falsch die Kehre anfährt. Die Wertungsläufe waren danach zwar fehlerfrei jedoch schaffte ich nur den 29. Platz von 50 Startern, und das bei einer Differenz von unter zwei Sekunden. Die Ursache war reine Ablenkung, da die Ölkontrolllampe nach der Kehre für ein paar Schrecksekunden aufgeleuchtet hat. Nachdem ich, auf dem eigentlich ausrechenden Ölstand, nochmal einen halben Liter Motoröl, gesponsert von Günter Hartmann, aufgoss förderte die Ölpumpe nun auch in langanhaltender, extremer Kurvenfahrt keine Luft mehr. Das machte sich bezahlt, denn zwischen den beiden Wertungsläufen am Nachmittag lagen lediglich 0,18 Sekunden Differenz, was einen 6. Platz von mittlerweile nur noch 43 Startern brachte. Schon der zweite Slalom-Pokal der nun das Wohnzimmer ziert! In der Gesamtwertung änderte sich hier nicht wirklich was, ich konnte lediglich meinen Platz untermauern. Jonas und ich kehrten anschließend in Bayreuth zum Burger essen ein.
Mein Resümee
Das Slalomfahren macht von Veranstaltung zu Veranstaltung mehr Spaß, man lernt die tollen Leute kennen welche die selbe Begeisterung teilen und fühlt sich schon nach kurzer Zeit als Teil dieser Gemeinschaft. Beide Autos blieben heil und der Verschleiß hielt sich auch in Grenzen. Während der gesamten Saison und in Summe 30 Läufen berührte ich keine Pylone! Bei einem Blick auf meine Ergebnisse bin ich für meine erste Saison im aktiven Motorsport auch sehr zufrieden:
Nordbayerischer ADAC Young- & Oldtimer-Slalom-Pokal: Platz 12 von 20 Startern.
Oldtimer Slalom Cup Oberfranken: Platz 19 von 111 Startern.
Jonas Kramer und Neumitglied Jan Degner werden sich für die Saison 2026 qualifizieren und auch ich werde wieder mit dabei sein. Falls wir bei jemanden das Interesse zum Oldtimerslalom geweckt haben sprecht uns einfach an! Wer weiß, vielleicht starten für den AC Neunkirchen nächstes Jahr mehr als nur drei Fahrer. Jetzt freuen wir uns erstmal auf die OSCO-Siegerehrung am 22. November 2025 in Waldeck beim Gasthof Goldener Engel. Zu guter Letzt möchte ich mich noch herzlich bei allen Unterstützern bedanken die mich zum Oldtimerslalom gebracht und mich dort auch aktiv unterstützt haben!
Andreas Trautner
1. Vorsitzender


